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Vorstand stellte richtig: Sachliche und ruhige Versammlung - Volle Rückendeckung der Mitglieder- Hintergründe erläutert
Dolberg (mk). Spiel, Satz und Sieg? Der Tennisclub Dolberg hat die Hoffnung auf eine größere Lösung für sein Vereinsheim an der Bundesstraße 61 noch nicht aufgegeben. Zumal da die Mitglieder auf einer außerordentlichen Versammlung - die im übrigen sehr ruhig und sachlich verlief- dem Vorstand und Bauausschuß volle Rückendeckung für das weitere Handeln zusicherten. Vorsitzender Olaf Wiesendahl und seine Mitstreiter kämpfen für die große Lösung und werden bei Ablehnung der neuen Pläne durch die Ahlener Bauverwaltung auf jeden Fall Widerspruch beim Kreis Warendorf einlegen. Bis dahin stehen jedoch alle Räder an der Tennisanlage still. Denn seit dem 3. Dezember, als die städtische Ordnungsverfügung kam, geht nichts mehr. Anschließend wehte der Sturm das „schwarze" Holzhaus weg.

Entgegen anders lautenden Veröffentlichungen sah sich der TC Dolberg gezwungen, einiges geradezurücken, um keinen falschen Eindruck aufkommen zu lassen. Gegenüber dem Ahlener Tageblatt erläuterten die Vorstandsmitglieder Olaf Wiesendahl, Raimund Göbel jun., Theo Kerkmann und Bauausschußmitglied Wolfgang Fischer, wie es dazu gekommen war, daß der Verein Baurecht gebrochen und sich über die genehmigten Pläne hinweggesetzt hat. So habe der „weiße Sport" in Dolberg im vergangenen Jahr einen unerwarteten Aufschwung genommen, die Mitgliederzahl sei von 80 auf rund 120 Tennisfreunde hochgeschnellt. Bislang sind allerdings erst zwei der geplanten sieben Tennisplätze realisiert. Für das Clubhaus sieht der Vorentwurf IV des Planers Bagatzki 240 Quadratmeter vor, vorläufig zugestanden bekam der Verein für sein genehmigtes Blockhaus allerdings nur 22 Quadratmeter. An dem Stand von 1984 habe sich bislang nichts geändert. Es gibt immer noch keinen Bebauungsplan für das Gelände, das als Sportzentrum für Dolberg vorgesehen ist. Auf wiederholte Anfragen des Vereins hätten Stadt und Kreis immer geantwortet: „Größer dürft ihr nicht", weil halt noch kein B-Plan vorliegt.

Die genehmigte Blockhütte, so Olaf Wiesendahl, sei jedoch nie erweiterungsfähig gewesen, und man hätte sie in zwei Jahren entweder abreißen oder verkaufen müssen, weil sie halt zu klein geworden wäre für den Bedarf des Vereins. „Deshalb", so Wiesendahl, „haben wir gegen Baurecht verstoßen." Die große Lösung sieht ein Vereinsheim mit Sozialräumen von rund 100 Quadratmetern vor, das in zwei Abschnitten realisiert werden soll. 7,10 Meter breit und 6,78 Meter lang soll das Häuschen werden, das an einem Mittelgang liegt, der von dem ursprünglichen Entwurf abweicht. Hinzu kommt eine Terrasse mit einem überdachten Freisitz von 6,50 Meter mal vier Meter Größe, der als zweiter Bauabschnitt später einmal geschlossen und als Aufenthaltsraum fungieren soll.

Die Pläne für die Erweiterung, so Wiesendahl, seien im Laufe des letzten Sommers gereift, nicht früher und nicht später. Auch stimme es nicht, daß die drei im Bauausschuß befindlichen Architekten Geld vom Verein für ihre planerischen Arbeiten kassiert hätten. „Der gesamte Bauausschuß hält nach wie vor zur Stange", erklärte Wiesendahl. Außerdem sei die große Lösung auf der letzten ordentlichen Jahreshauptversammlung vorgestellt und von den Mitgliedern abgesegnet worden - einstimmig.

Seit dem 23. Dezember 1986 liegen die neuen Pläne im Rathaus vor, die unter Androhung einer Strafe bis zum 20. Januar angefordert worden waren. Der Vorstand hofft, daß die jetzige „unmögliche Situation" für den Verein nicht allzu lange dauern wird und bald entschieden wird.